In fast jedem Erstgespräch kommt dieselbe Frage zuerst: Was kostet uns das? Die Frage ist berechtigt. Ein Azubi aus dem Ausland ist eine Investition, und wer investiert, will Zahlen sehen.

Unsere Antwort überrascht viele Betriebe. Die Vermittlung ist selten der teuerste Posten. Teuer wird es, wenn die Lehrstelle leer bleibt oder mit jemandem besetzt wird, der nach einem Jahr wieder geht. Deshalb rechnen wir alle drei Fälle durch.

Was ein Azubi grundsätzlich kostet

Ein Azubi kostet seinen Betrieb im Schnitt gut 26.000 Euro im Jahr. In Industrie und Handel sind es knapp 28.000 Euro, im Handwerk gut 23.000 Euro. So steht es in der letzten großen Kostenerhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Darin stecken Vergütung, die Zeit des Ausbilders, Material und Verwaltung.

Seitdem ist es eher mehr geworden. Die gesetzliche Mindestvergütung im ersten Lehrjahr lag 2023 bei 620 Euro im Monat. Wer 2026 eine Ausbildung beginnt, bekommt mindestens 724 Euro.

Ein großer Teil davon fließt zurück. Azubis arbeiten vom ersten Tag an mit und holen im Schnitt knapp 70 Prozent ihrer Kosten selbst wieder herein. Netto bleiben dem Betrieb rund 8.000 Euro pro Jahr. In der Industrie sind es etwas mehr, im Handwerk etwas weniger.

Bei einem Azubi aus dem Ausland gibt es einen Unterschied, den viele Betriebe nicht kennen. Für das Visum muss sein Lebensunterhalt gesichert sein. 2026 sind dafür 1.048 Euro brutto im Monat nötig, also mehr als die Mindestvergütung. Stellt der Betrieb eine kostenlose Unterkunft oder Verpflegung, kann der Betrag niedriger ausfallen. Um die Wohnung kümmert sich der Betrieb ohnehin: Manche haben eine Betriebswohnung, bei anderen wohnt der Azubi anfangs bei einem Kollegen.

Fall 1: Die Lehrstelle bleibt leer

2025 blieben laut BIBB rund 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Eine leere Stelle verursacht keine Rechnung. Sie kostet trotzdem Geld. Aufträge bleiben liegen, oder Ihr Team macht Überstunden. In drei Jahren fehlt Ihnen außerdem die Fachkraft, die Sie heute hätten ausbilden können. Dann suchen Sie auf dem Arbeitsmarkt, zahlen ein höheres Gehalt und konkurrieren mit jedem anderen Betrieb in Ihrer Region.

[TALENTLE: Eine echte, kurze Situation eines Kundenbetriebs, z. B. Grießhaber: Wie lange war die Stelle vorher offen?]

Fall 2: Die Stelle wird irgendwie besetzt

2024 wurden 29,7 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Das ist fast jeder dritte Vertrag und ein Höchststand. In der Gastronomie liegt die Quote bei über 40 Prozent.

Rechnen wir einen Abbruch nach zwölf Monaten in einem Industriebetrieb durch. Knapp 28.000 Euro Bruttokosten sind ausgegeben, inklusive der Zeit Ihres Ausbilders. Die Arbeit des Azubis deckt davon gut zwei Drittel. Nach BIBB-Durchschnitt bleiben rund 8.500 Euro Verlust. Bricht er erst im zweiten Jahr ab, sind es grob gerechnet bis zu 17.000 Euro. Und Sie haben ein bis zwei Jahre verloren, in denen Sie jemand Passenden hätten ausbilden können. Die Stelle ist wieder offen, und Sie fangen von vorn an.

Was eine gute Vorauswahl wert ist

Wenn wir mit Betrieben über abgebrochene Ausbildungen sprechen, hören wir selten von fehlendem Talent. Meistens wollte der Azubi eigentlich etwas anderes lernen, oder er hatte sich den Alltag im Betrieb ganz anders vorgestellt.
[TALENTLE: Bitte bestätigen oder durch eigene Erfahrung ersetzen.]

Deshalb ist unser Auswahlverfahren streng. Nur etwa jeder fünfte Bewerber kommt durch. Wir prüfen Sprache, Motivation, Lernbereitschaft und fachliche Eignung. Und wir fragen, ob sich jemand ein Leben in einer Kleinstadt im Schwarzwald vorstellen kann, mit echtem Winter und weit weg von der Familie. Jeder Kandidat hat vor der Einreise ein Deutschzertifikat auf mindestens B1-Niveau, für Pflegeberufe B2. Erst dann lernen Sie ihn in einem begleiteten Videointerview kennen.

Wir haben inzwischen über 80 Azubis nach Deutschland vermittelt. Weniger als jeder zehnte hat die Ausbildung abgebrochen. Und falls es doch einmal nicht passt, besetzen wir die Stelle kostenlos nach: bis zum Ende der Probezeit, im umfangreichsten Paket sogar bis zum Ende der Ausbildung.

Fall 3: Die Stelle wird über eine Vermittlung besetzt

Auch der Staat vermittelt Azubis aus dem Ausland, und auch das ist für den Betrieb nicht kostenlos. Ein Beispiel ist Triple Win der Bundesagentur für Arbeit und der GIZ für Pflege-Azubis aus Vietnam. Der Betrieb zahlt pro Stelle 9.700 Euro netto Dienstleistungsgebühr, bis zu 1.000 Euro für die Anreise und einen Mietanteil über 300 Euro im Monat. Das Programm setzt mindestens drei offene Stellen pro Standort und zwölf Monate Vorlauf voraus. Für einen Handwerksbetrieb mit einer Lehrstelle passt das selten.

Bei uns dauert es von der Auswahl bis zur Einreise etwa drei bis vier Monate. Eine Mindestzahl an Stellen gibt es nicht. Unsere Azubis kommen alle aus Indonesien. Unsere Mitgründerin Samantha Sernatinger hat indonesische Wurzeln und spricht die Sprache. Das hilft bei der Auswahl und später, wenn es im Betrieb einmal hakt.

Wir kümmern uns um Visum, Botschaft, Anreise und die ersten Behördengänge. Danach bleibt ein fester Ansprechpartner für Sie und Ihren Azubi. Unsere Azubis treffen sich außerdem regelmäßig in der Talentle-Community, bei Treffen und gemeinsamen Ausflügen. Wer am Wochenende Leute trifft, die dasselbe erleben, bricht seltener ab. Bezahlt wird erst, wenn Ihr Azubi seinen ersten Arbeitstag antritt.

Wie sich die Wege zu einem Azubi aus dem Ausland im Detail unterscheiden, lesen Sie in unserem Vergleich. [Link zu Artikel 3, sobald online bzw. von Michael & Samatha abgesegnet]

Unsere Rechnung

Legt man die drei Fälle nebeneinander, ist die Vermittlung selten der größte Posten. Ein gescheiterter Ausbildungsvertrag kostet schnell mehr als eine gute Vorauswahl. Und eine Lehrstelle, die heute leer bleibt, ist in drei Jahren eine Fachkraft, die Ihnen fehlt.

Unser Rat: Rechnen Sie mit den Kosten pro Fachkraft, die nach drei Jahren noch bei Ihnen arbeitet. Auf dieser Grundlage fällt die Entscheidung meist leichter.

Wenn Sie wissen wollen, wie diese Rechnung für Ihren Betrieb aussieht, rechnen wir sie gern mit Ihnen durch. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Quellen